das schweigen│zum klingen│bringen

„In der Perfomance von Stefan Bolzern und den Improvisationen von John Voirol stehen die Figuren der Hergiswaldkirche auf verschiedene Weise im Vordergrund. Stefan Bolzern orientiert sich an der Geschichte des Hergiswaldgründers Johann Wagner: «Unter den damaligen Orden zeichnete sich besonders jener der Kartäuser durch die Strenge seiner Ordensregeln, das fast beständige Stillschweigen und den Eifer im Dienste Gottes aus. Damit wollten sie büssen für so manches unnütze Wort, das da täglich gesprochen wird (vgl. Kuhn, Thurgov. sacr.). Der Kartäuserbruder Johannes Wagner setzte sich 1489 von seinem Kloster Ittingen ab, um als Einsiedler in Hergiswald seinem Ideal des Schweigens kompromisslos nachzuleben. In scheinbar scharfem Kontrast dazu steht die äusserst opulent ausgestattete Wallfahrtskirche mit ihrem beredten Bilderhimmel. Auf diesem Hintergrund befragt das Stück «Reden und Schweigen» unsere heutige Kommunikation. Mit einem unbändigen Schwall aus alltäglichen Phrasen, Floskeln und Redewendungen wird die ehrwürdige Kirche geflutet. Das grosse Palaver wird genüsslich zelebriert, inszeniert und orchestriert. Stetig modelliert und modifiziert. So lange repetiert, bis sich Sinn und Unsinn verflüchtigt haben. Die Konturen der Worte abgeschliffen sind. Als feine Laute und Rhythmen im Raum schweben bleiben. Und das Schweigen zum Klingen bringen.»
In dieses Schweigen hinein bringt John Voirol – spontan auf die Performance reagierend – eigene Eindrücke vom Hergiswalder Bilderhimmel zum Klingen, es entsteht wieder eine neue Art des Redens, des Ausdrucks, des Erzählens geprägt von den wunderschönen und tief symbolischen Figuren- und Bilddarstellungen der Wallfahrtskirche.“ – Aus dem Programmheft, Michel Roth






























































































